systemische Strukturaufstellung
Die Systemische Strukturaufstellung
(auch bekannt als Systemaufstellung oder Familienaufstellung)
ist eine Methode aus der systemischen Therapie und Beratung, die dazu dient, Beziehungen, Dynamiken und Strukturen innerhalb eines Systems (z. B. Familie, Organisation, Team) sichtbar und verständlich zu machen. Sie wurde maßgeblich von Bert Hellinger entwickelt und wird heute in verschiedenen Bereichen wie Therapie, Coaching, Organisationsberatung und persönlicher Entwicklung eingesetzt.
Grundprinzipien:
1. Systemische Perspektive: Es wird davon ausgegangen, dass Individuen Teil größerer Systeme (z. B. Familien, Teams) sind und dass deren Verhalten und Erleben durch die Dynamiken innerhalb dieser Systeme beeinflusst wird.
2. Repräsentanten: In einer Aufstellung werden Personen (oder manchmal auch Gegenstände) als Repräsentanten für Mitglieder des Systems ausgewählt. Diese stellen sich intuitiv in Beziehung zueinander auf, um die Dynamiken des Systems darzustellen.
3. Phänomenologische Herangehensweise: Die Aufstellung basiert auf der Annahme, dass durch die Positionierung und Interaktion der Repräsentanten unbewusste Muster und Konflikte sichtbar werden.
Anwendungsbereiche:
- Familienaufstellung: Hier liegt der Fokus auf familiären Beziehungen und generationsübergreifenden Mustern. Es können Themen wie Konflikte, Traumata oder Loyalitäten bearbeitet werden.
- Organisationsaufstellung: In Unternehmen oder Teams werden Strukturen, Hierarchien und Konflikte analysiert, um Lösungen für Probleme zu finden.
- Persönliche Entwicklung: Individuen können persönliche Themen wie Beziehungen, Berufsentscheidungen oder innere Konflikte aufstellen und klären.
Ablauf einer Aufstellung:
1. Themenklärung: Der Klient schildert sein Anliegen oder Problem.
2. Auswahl der Repräsentanten: Der Klient wählt Personen aus, die bestimmte Rollen (z. B. Familienmitglieder, Kollegen) repräsentieren.
3. Aufstellung: Die Repräsentanten werden im Raum positioniert, oft basierend auf dem intuitiven Gefühl des Klienten.
4. Beobachtung und Interaktion: Die Repräsentanten teilen ihre Empfindungen, und der Leiter der Aufstellung unterstützt dabei, Muster und Blockaden zu erkennen.
5. Lösungsfindung: Durch Umstellungen oder Interventionen werden neue Perspektiven und Lösungsansätze entwickelt.